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"Die Pickeldinger" – neuer Name alte Gruppe

Rambazamba und Tratsch gibt's nur auf der Bühne

Nach einer Stunde war es geschafft, elf Personen, die des Theaterspielens mächtig sind, hatten endlich einen Namen für Ihren soeben gegründeten Verein gefunden. In Zukunft werden "Die Pickeldinger" auf der Emmerstedter Bühne mit Ihren Komödien einheizen.

Seit etwa 25 Jahren kann der Emmerstedter Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt eine Theatergruppe vorweisen. Etwa 50 Stücke wurden in der Zeit auf der Bühne im "Landhaus Emmerstedter Hof'" aufgeführt.
Durch zahlreiche Auswärtsauftritte war die Gruppe im Landkreis erfahren. In der derzeitigen Besetzung ist die Gruppe seit etwa fünf Jahren aktiv. Kein Emmerstedter wird so schnell vergessen, wie Anja Griese bei "Tratsch in' Treppenhaus" als neugierige Hausziege fungierte und Gunnar Laue seine Rolle so perfekt spielte, daß er sich sogar seinen geliebten Vollbart abrasierte.

Auch die anderen Mitglieder der Theatergruppe verfügen über reichlich Erfahrung und ein Können, das über das Laienhafte hinausgeht. Frank-Rüdiger Schmidt etwa spielte in "Rambazamba am Lido Makkaroni" den Ehemann, der von seiner Frau unterdrückt wird, als würde er die Rolle leben. Und Ruth Griese kann eine echte "Zimtziege" sein, obwohl das privat eher nicht zutrifft.

Die Aufführungen der "Pickeldinger" waren bisher immer ausverkauft. "Tratsch im Treppenhaus" mußte sogar dreimal aufgeführt werden, über 600 Personen schauten sich das Spektakel an. Wohl weil sie wußten, daß sie gut sind und alle Häuser füllen können, machte sich die Laienschauspielgruppe jetzt selbständig. Von der Arbeiterwohlfahrt getrennt wurde kürzlich ein eigener Verein gegründet, der eben den Namen "Die Pickeldinger" trägt.

Zu einem echten Verein gehört auch ein Vorstand, der schnell gefunden wurde. Die Leitung, also den Vorsitz, hat Petra Feid übernommen. Auf der Bühne ist sie nicht zu sehen, sie hat aber die wichtigste Rolle beim Theaterspielen inne. Als Souffleuse überbrückt sie Holperer und ist dabei meistens selbst am aufgeregtesten, was gar nicht so in die Familie paßt, da ihre Mutter, Brigitte Stoltmann, seit 25 Jahren dabei, als Urgestein-Schauspielerin fast kein Lampenfieber kennt.

Ralf Bosse hat die Kasse übernommen. Auch der Finanzier läßt keine Rolle aus. Ob Jüngling, Liebhaber oder Ehemann, er verbindet alles mit Spaß und Ulk, so daß sich die großen Lacher des Publikums keinesfalls verkneifen lassen.

Dritte im Vorstandsteam ist Dörte Jürges. Die Schriftführerin spielt als Jüngste der "Pickeldinger" die Tochter oder die junge Freundin. Ihr zur Seite steht dabei meist Dietmar Holste, der zunächst unscheinbar auftritt, um dann richtig aufzutrumpfen. Letztendlich sei der Vorstand nur wichtig für das Papier; erzählen "Die Pickeldinger". Entscheidungen würden ohnehin immer von der ganzen Gruppe getroffen. Neben den Schauspielern wird diese von zwei im Hintergrund Handelnden vervollständigt. Editha Himmelmann fungiert als Maskenbildnerin, Günther Griese kümmert sich um die Technik hinter der Bühne. Wird es, wie bei "Rambazamba am Lido Makkaroni", einmal eng, springt Editha Himmelmann auch einmal ein und übernimmt kleinere Rollen.

Die "Pickeldinger" planen, auch passive Mitglieder aufzunehmen, die einen kleinen monatlichen Beitrag entrichten und dafür einen Theaterbesuch jährlich kostenlos bekommen. So können sich die Laienschauspieler Perücken, Schminke und was sonst noch so an Kleinigkeiten anfällt, kaufen und brauchen es nicht mehr nur aus der eigenen Tasche finanzieren.

Wer jetzt neugierig auf die Pickeldinger geworden ist, der muß sich allerdings noch ein klein wenig gedulden. Verraten werden kann schon: Am 2. und am 23. November führen sie im Landhaus "Emmerstedter Hof' die Komödie "Kein Auskommen mit dem Einkommen" auf, für das sie wie immer ein Jahr lang proben. Mehr wird aber noch nicht verraten.

kat



  www.pickeldinger.de