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So manch einem drohte sogar, sich totzulachen
EMMERSTEDT. "Sollte Ihnen das Stück gefallen haben, so sagen sie
es ruhig weiter, wenn nicht, behalten Sie es für sich", schloß Dietmar Holste seine
Begrüßung. Die Theatergruppe "Die Pickeldinger" hatten zum zweiten Mal zum Stück
"Kein Auskommen mit dem Einkommen" in das Emmerstedter Landhaus geladen. Das Stück
hat gefallen, und darum kann es auch ruhig weitergesagt werden.
August und Ida Bodendiek sind der Meinung, daß ihre Rente einfach zu
gering zum Leben ist. Nicht einmal Bohnenkaffee können sich die älteren Herrschaften
leisten. Warum sollten sie also nicht ihre beste Stube vermieten, um zusätzlich noch ein
bißchen Geld einzunehmen? Kurz nachdem August seine Anzeige in der Zeitung studiert hat,
treten auch schon zwei Interessenten in Erscheinung. Das Doofe ist nur; daß August und
Ida jeder nur von einem wissen. Deshalb vermietet Ida das Zimmer an Klaus Jäger und ihr
Mann gleichzeitig an Lisa Franzen. Schon wird es heikel. Die beiden können das Problem
der Doppelvermietung zwei Wochen lang lösen. Schließlich kommt es aber zu einem
Zusammentreffen von Lisa und Klaus, die sich auf Anhieb mögen. Dann wird es aber erst
richtig kompliziert. Lisa und Klaus sind nämlich Halbgeschwister. Lisas Mutter und Klaus'
Vater haben jüngst geheiratet. Probleme über Probleme kommen auf. Ida und August zu.
Vielleicht schaffen es die beiden ja, die ganze Sache in den Griff zu kriegen...
Eine Bestleistung haben Die Pickeldinger mal wieder mit der Aufführung des Ohnsorg
Stückes "Kein Auskommen mit dem Einkommen" vollbracht. Anja Griese und
Frank-Rüdiger Schmidt in den Hauptrollen spielten das alte Ehepaar umwerfend und mit
bester Mimik. Dörte Jürges und Ralf Bosse setzten Lisa und Klaus hervorragend in Szene.
Nur eine kleine Rolle hatte Gunnar Laue zu erfüllen. Als Friedrich Sprott, der Nachbar
der Bodendieks, löste er aber, wie es für ihn üblich ist, größte Lachkanonen aus.
Editha Himmelmann war zwar nur die Stimme im Hintergrund, zeigte aber als Paula Sprott,
die Frau von Friedrich, wie unmöglich Nachbarinnen sein können. Eine wahre Ziege keifte
von oben herunter und hetzte ihren Mann auf die Bodendieks.
Brigitte Stoltmann, die bereits seit zwei Jahrzehnten Theater spielt, spielte Frau
Bollmann, die Frau von Lisas Chef. Eine Schnepfe ersten Grades stolzierte da über die
Bühne und benahm sich teilweise einfach unmöglich. Fehlt nur noch das frische Ehepaar;
die Eltern von Lisa und Klaus. Ruth Griese zeigte als Gerry Franzen Solidarität und ein
warmes Herz. Dafür wurde sie auch zur Genüge für ihr jugendliches Aussehen
gelobt. Ihr Mann, und Klaus' Vater; Helmut Jäger; wurde von Dietmar Holste in Person
gesetzt. Gelungen präsentierte er zunächst den unnahbaren, konservativen Vater; der am
Ende doch noch Herz zeigen konnte. Petra Feid, die Leiterin der Theatergruppe ergänzte
als Souffleuse die "Bühnenausstattung", und Günter Griese sorgte als Techniker
für den richtigen Ton. Der Saal des Landhauses war mit 200 Personen vollkommen
ausgebucht, und das bereits zum zweiten Mal. Die Anwesenden hatten allerdings stark an
Muskelkater in der Magengegend zu klagen, drohten einige sogar; sich totzulachen.
Wer nun traurig ist, das Ereignis bereits zum zweiten Mal versäumt zu haben, der hat
Glück. Denn am 18. Januar wird "Kein Einkommen mit dem Auskommen" noch einmal in
Szene gesetzt. Wer gerne lacht und Zeit hat, sollte sich die Karten im Vorverkauf bei den
Spielern oder in der Bäckerei Holste in Emmerstedt sichern. Das Stück wird sicherlich
auch beim dritten Mal ausverkauft sein.
kat
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