"Die Pickeldinger" - Professionelle Amateure
Dreiaktkomödie reizte die Lachmuskeln
EMMERSTEDT. Dreimal
war der Saal des Emmerstedter "Kartoffelhauses" prall gefüllt. Die
Theatergruppe "Die Pickeldinger", aus Emmerstedt feierte auch mit
ihrem diesjährigen Stück "Traue keinem Opa" wieder große Erfolge.
Die Laienschauspieler verstehen ihr Handwerk
und sind eigentlich schon gar keine Amateure mehr. Kein Wunder, die Vorsitzende
und Souffleuse Petra Feid steht hinter ihrer Truppe und versteht es auch, sie
ordentlich zu motivieren und auf Professionalität zu drängen.
Karten für die drei Vorstellungen zu
bekommen, war auch in diesem Jahr nicht einfach. Schon lange im voraus waren
alle Aufführungen bis auf den letzten Platz (über 200 Personen) ausverkauft.
Die glücklichsten in dieser Situation waren
die Mitglieder der Theatergruppe. Wer sich in die Vereinsliste eintragen lässt,
bekommt jährlich noch vor dem Vorverkauf seine Karte für die Vorstellung, die
ihm zeitlich am Besten passt, überreicht.
Nun aber zum Stück. In der optimalsten
Besetzung der einzelnen Rollen spielten "Die Pickeldinger" um ihr
Leben. Gunnar Laue beeindruckte als Opa Maximilian Finger, der ein "heißer
Feger" war und ist. Morgens macht er seine Liegestütz und den ganzen Tag
über hängt er seiner Jugend nach, als er noch ein wilder Casanova war.
Nun ist seine Enkelin Conny (Dörte Jürges)
die einzige, die er liebt und die zu ihm hält. Maximilians Problem ist, dass er
mit seinen Söhnen Anton (Frank Schmidt) und Franz (Ralf Bosse) in einem
(seinem) Haus wohnt.
Nicht so gut zu sprechen sind die Frauen von
Anton und Franz, die "Schwiegerdrachen", auf Opa Maxi. Klara (Anja
Griese) und Anni (Ruth Griese) wollen ihn in ein Altersheim stecken. Dann
können sie Opas Zimmer endlich auch mit nutzen und das Haus für sich allein
haben.
Opa Maxi trägt eine kleine Mitschuld an dem
Plan. Er stellt sich seinen Kindern gegenüber taub und wackelig, wie ein Greis.
Nur Conny weiß, dass ihr Opa eigentlich noch topfit ist.
Als Maximilians Jugendliebe (Brigitte
Stoltmann) ihm erzählt, dass er in ein Altersheim gesteckt werden soll,
schwört er Rache. Wie er das anstellen soll, findet er aber erst heraus, als
Conny ihren neuen Freund Markus Brandstätter (Dietmar Holste) mit nach Hause
bringt.
Maxi geht zu einem Wunderheiler und wird
verjüngt, in Form von Markus rächt er sich an seiner Familie, die ihm die
Wunderheilung abnimmt und ihm nun zu Füßen liegt.
Während Klara und Anni sich um die Mitgunst
des Opas bemühen, kommen Anton und Franz auf ihre Jugendliebe Maria
Brandstätter zu sprechen. Zufällig stellt sich dabei heraus, dass beide seit
20 Jahren für den Sohn dieser Jugendliebe bezahlen, weil sie angeblich der
Vater sind. Wer von ihnen kann es denn nun sein?
lm großen Showdown klären Opa und Markus den
Schwindel auf und Opa vererbt das Haus an Conny, weil sie die einzige ist, die
sich um ihn kümmert. Als sich nun herausstellt, dass Markus eventuell der
Bruder von Conny sein könnte, droht die geplante Hochzeit zu platzen.
Markus' Adoptivmutter Heidi Brandstätter
(Editha Himmelmann) klärt auf, dass Opa der wahre Vater ist. Auch er bezahlt
seit 20 Jahren Unterhalt. Conny und Markus können letztendlich heiraten, weil
Opa kund tut, dass auch er seine Söhne "nur" adoptiert hat, also kein
verwandtschaftliches Verhältnis der zukünftigen Eheleute vorliegt.
Diese Dreiaktkomödie reizte die Lachmuskeln,
besonders derer, die die Schauspieler im wahren Leben kennen. Wahrlich
"verunstaltet" traten sie auf die Bühne, so dass kein Auge trocken
blieb. Das besondere bei Pickeldinger Aufführungen ist immer die Mimik, die
etwas übertrieben genau das richtige ist.

kat
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