Zänkische Frauen legten Hamster in die Schuhe
Theatergruppe "Die Pickeldinger" in Emmerstedt führte ihr
humorvolles Stück "Die Küchenbenutzung" sogar viermal auf
Von
Karen Kamrath
EMMERSTEDT. Eine örtliche Institution in Emmerstedt
ist die Theatergruppe "Die Pickeldinger" schon seit langem
geworden. Ihre jährlichen Aufführungen haben längst einen festen Platz
im Dorf-leben, und die Karten sind immer wieder schnell vergriffen. So
auch in diesem Jahr.
Weil die drei geplanten Vorstellungen innerhalb von zwei
Tagen komplett ausverkauft waren, entschied sich die Gruppe, eine
Zusatzvorstel-lung einzuschieben. Auch bei dieser war der Saal der
Gaststätte Emmerstedter Hof voll besetzt, denn Hans Kirchhoffs Posse
"Mit Küchenbenutzung" stand auf dem Plan.
Dieses Stück stellt die Situation in der
Nach-kriegszeit dar, in der Wohnungen knapp waren und sich das Ehepaar
Piening und ihre Töchter Muschi und Manni, letztere samt Ehemann, ihre
Wohnung mit einem zugeteilten Ehepaar teilen muss.
Zitronensäure im Likör
Der cholerische Pferdeschlachtermeister Max Piening
(Frank-Rüdiger Jürges), stolz auf seine "ruhige Natur" und
schwelgend in Erinnerungen an die Zeit von Kaiser Wilhelm, ist äußerst
verärgert darüber, dass ihm vom Wohnungsamt Untermieter zugeteilt
wurden.
Diese bringen den Haushalt gehörig
durcheinander, was hauptsächlich daran liegt, dass sich Maxs resolute
und schlagfertige Frau Dora, gespielt von Ruth Griese, überhaupt nicht
mit Ella Senkpiel, der herrischen Untermieterin (Anja Griese) versteht,
was dazu führt, dass die beiden zänkischen Frauen sich gegenseitig
Zitronensäure in den Likör kippen oder Hamster in die Schuhe legen.
Während Dörte Jürges als Doras Tochter Manni vergeblich um Ausgleich
bemüht ist, steht ihr Mann Erich, dargestellt von Ralf Bosse, eher auf
der Seite der Untermieterin.
Die Sorge von Tochter Muschi Piening
(Tina Kornemann) ist es hauptsächlich,
dass ihr Verlobter Walter Wendland von ihrer Familie akzeptiert
wird, was sich jedoch als schwierig erweist, weil der schüchterne, junge
Mann, gespielt von Dietmar Holste, beim Wohnungsamt arbeitet, das dem
Vater ja verhasst ist.
Irrungen und Wirrungen
Kompliziert wird es, als Georg Senkpiel,
alias Gunnar Laue, durch eine Erbschaft vom Untermieter zum Eigentümer
des Hauses der Pienings mutiert, während sich jedoch Editha Himmelmann
als Walters Großmutter Oma Meier ebenfalls als Besitzerin sieht. Nach
zahlreichen Irrungen und Wirrungen ist letztlich Walter der Eigentümer
und jedes der Pärchen erhält die ersehnte eigene Wohnung.
Mit dieser turbulenten Handlung
(technische Leitung: Günter Griese), dem mitreißenden Spiel und den
kauzigen Charakteren strapazierte die Gruppe nicht nur die Lachmuskeln der
Ein-heimischen, sondern auch der zahlreichen Auswärtigen, die extra für
diese Aufführung nach Emmerstedt gekommen waren und die sich in den
Pausen zwischen den drei Akten von der Gastronomie in der Gasttätte
Emmerstedter Hof bewirten ließen.
Auch im nächsten Jahr werden wieder
Vorstellungen der "Pickeldinger" stattfinden. Es sind zwar
zunächst wieder nur drei Vorstellungen vorgesehen, aber sollte die
Nachfrage nach den Karten erneut so stark sein wie in diesem Jahr, muss
wohl wieder eine Zusatzvorstellung eingeplant werden.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Braunschweiger
Zeitung
|